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Deutsch-französische Freundschaft geht durch den Magen

25.05.2019 CJD Schule Frechen « zur Übersicht

Die Schüler/innen der Mittelstufenklasse der Fachpraktiker Küche, die im Gästeshaus und Tagungshotel des CJD Bonn ihre Ausbildung absolvieren, waren im April auf Fahrt in Frankreich: „Im Zeichen der deutsch-französischen Freundschaft trafen sich die Schüler/innen mit einer französischen Gruppe von Jugendlichen und jungen Erwachsenen überwiegend afrikanischer Herkunft in der Nähe von Verdun: heute die Stadt des Friedens, 1916 jedoch Schauplatz heftigster Kämpfe zwischen den ehemaligen Erzfeinden Deutschland und Frankreich“, berichtete ihr Lehrer Stefan Hünten. Nach kurzer Begrüßung am Gebeinhaus von Douaumont lernten die Schüler den damals herrschenden, ausgeprägten Nationalismus als Triebkraft für den todbringenden Ausbruch des ersten Weltkrieges kennen. Ein Besuch des Fort Douaumont machte die unerträglichen Zustände während der gegenseitigen Belagerung mit allen Sinnen erfahrbar, machte Hünten deutlich.

Am zweiten Tag der Reise wurde gemeinsam eine Bunkergalerie der Ligne Maginot, ein französischer Abwehrriegel aus den frühen dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, besichtigt.  „Der Tag wurde durch Erfreulicheres abgerundet. Ein gemeinsamer Besuch im Caveau de l´Etable, einem sehr guten französischen Speiserestaurant in Niederbronn-les-Bains, ließ uns erahnen, was Leben wie Gott in Frankreich bedeuten könnte“, freute sich Stefan Hünten.

Zu einer Wanderung in den Vogesen mit Aufstieg auf den kleinen Donon begleitete die deutsch-französische Gruppe Monsieur Martin mit kundiger Führung. Er berichtete über das Schicksal von ca. 500 jungen Franzosen und Deutschen, die hier zu Beginn des ersten Weltkrieges beim Kampf um ein wunderschönes Stück Natur ihr Leben viel zu früh ließen. Nach dem mehr oder weniger beschwerlichen Aufstieg wurde die Gruppe durch einen traumhaft schönen Gipfel mit atemberaubender Aussicht belohnt. Auch über das Konzentrationslager Struthof wusste Herr Martin eindringlich zu berichten.

„Trotz der bis hierhin genossenen schweren Kost, kamen sich die Jugendlichen nach anfänglich verhaltenem „Beschnuppern“ langsam näher“, erklärte Lehrer Hünten. Französisch, Deutsch, Brocken von Englisch, Google-Übersetzer, Hand und Fuß sowie Gestik und Mimik wurden in die Unterhaltungen eingebracht. Ein gemeinsam in der Küche des Albert-Schweitzer Jugendbegegnungszentrums des Volksbundes Kriegsgräberfürsorge e.V. vorbereiteter Brunch bereitete allseits großes Vergnügen, gegenseitige Anerkennung und schmeckte hervorragend. Die etwas verregnete Rally durch Straßburg konnte die gute Stimmung nicht trüben.

Am letzten Tag  half ein französischer Fotograf den Jugendlichen, ein Stop-Motion-Video zu erstellen. Parallel hierzu wurde fleißig am festlichen Abschlussdiner gearbeitet. Die jungen Franzosen mit Chefköchin Michelle warteten mit Poulet Yassa nach senegalesischem Rezept auf. Von den CJD Schülern und Schülerinnen wurde das Diner mit Chili con Carne und buntem Salat an Ziegenkäse ergänzt, selbstverständlich fast nur mit frischen Zutaten. Ein Cola-Kuchen und ein Blech Brownies rundeten das köstliche Festmahl ab. Wer danach noch konnte, schwang die Hüfte zu afrikanischen Rhythmen.

Bei Ankunft zurück im CJD Bonn am nächsten Tag stellten die Schüler/innen nur noch die Frage: „Wann fahren wir wieder los?“